OroPax

Der Gospelchor aus Großostheim/Ringheim bei Aschaffenburg

OroPax-Geheimnis auf der Kirchenbank erlebt – MainEcho vom 27.11.12 (Miltenberg/Obernburg)

| Keine Kommentare

Konzert: Gospelchor aus Ringheim reißt Zuhörer mit
Erlenbach. „Zwischen den Schwingungen der singenden Stimme und dem Pochen des vernehmenden Herzens liegt das Geheimnis des Gesangs.“ Am Samstag haben der Gospelchor Oropax und die Konzertbesucher dieses Geheimnis geteilt.
Bevor die Ringheimer die Verse des libanesischen Poeten Khalil Gibran an die aus der Martin-Luther-Kirche strömenden Menschen verteilte, haben diese mehr als zwei Stunden himmliche Melodien, „Melodies from Heaven“, genossen, dazu gesungen, mitgeklatscht und drei Zugaben eingefordert.

Eine volle Kirche
Das wünscht sich ein Pfarrer wohl für jeden Gottesdienst: eine volle Kirche, nicht nur zu Weihnachten, oder wenn sich die Oropaxler ankündigen. Was Hollywood mit „Sister Act“ vor Jahren vor gemacht hat, geht auch in Ringheim. In ihrer Heimatgemeinde gestalten die Gospelsänger längst einmal monatlich den Gottesdienst – mit durchschlagendem Erfolg, heißt es.
Wenn die mehr als 40 Sänger und Sängerinnen mit ihrer Chorleitung Marion Keller los legen, braucht man trotz der Stimmgewalt natürlich keine Ohrenstöpsel. Der Name des Gospelchors verweist vielmehr auf die friedlichen Schwingungen, in die die gesungenen Lobpreisungen den Zuhörer versetzen: Oropax – Betet für den Frieden.

Alle Register gezogen
Am Samstag haben die Oropaxler ihr alle Register gezogen: Bewegende Stücke wie „He is with you“ bis hin zu sprichwörtlich fesselnden Rhythmen bei „Shackles“ (Fesseln). Das Publikum war begeistert. Mal ließen die Sänger ihre schönen Stimmen a cappella klingen, wie bei der Einleitung zu „Baby King“, um alsbald durch den mitreißenden Sound ihrer drei Instrumentalisten an Keyboard, Bass und Schlagzeug noch mehr aufzuwühlen. Wunderbar war auch das vom Cello begleitete Gebet „Give me Jesus“ und das sehr emotionale „Sovereign Hands“.
Chorleiterin Marion übernahm nicht nur die Rolle des gospeltypischen Vorsängers, sondern auch eine humorvolle wie informative Moderation der Stücke, deren deutsche Übersetzung mit Bild in den Altarraum projiziert war.
Die tiefere Bedeutung der Lob- und Glaubenslieder wurde von zwei vorgetragenen Geschichten ergänzt: So handelte ein“Leben nach der Geburt“ von einem Zwillingspaar im Mutterbauch, das sich kein „Leben danach“ vorstellen konnte: „Von da draußen ist niemals wieder jemand zurückgekommen“ und „Mutter habe ich noch nie gesehn“. Der Text „Ein Platz am Fenster“ erzählte von der Kraft, die Vorstellung und Glauben bewegen können. „I can only imagine“ sang der Chor. Bei „Going up yonder“ erntete er spontanen Applaus.
Dass bei „Inspired“ und „Happy Day“ Bewegung in die Kirche kommt, versteht sich fast von selbst. Wenn knapp 45 schwarze Gewänder mit gelborangener Schärpe in Wallung kommen, in die Hände klatschen und ohrenbetäubend „Halleluja“ und „Amen“ singen, bleibt kaum jemand sitzen.
Obwohl „nur“ ein Laienchor, zeichnen sich die OroPaxler durch schöne Stimmen und begeisterungsfähiges Temperament aus, die in ihrer Summe eine große Wirkungskraft entfalten. Vor allem die gut ausgebildete volle und warme Stimme von Chorleiterin Marion kann sich hören lassen, wenn sie – ganz in Gospel-Manier – den Vorsänger mimt und die Gemeinde als Chor antwortet.

Mitreißende Wirkung
Sie ist es auch, die die Gemeinde in der Kirche zum Mitsingen bringt, bis der Funke überspringt. Dass die frohe Botschaft eine so mitreißende Wirkung entfalten kann, dass es niemanden mehr auf den ohnehin nicht sehr bequemen (aber beheizten!) Kirchenbänken hält, macht die Magie von Gospelgesang aus. Und es ist das Geheimnis von Oropax.

Sylvia Breckl

Übrigens

Wunderbare Verwandlung

Erlenbach. Generös hatte die evangelische Kirchengemeinde nach dem Konzert zum  Sektempfang gebeten. Sorge hatte Chorleiterin Marion Keller allerdings hinsichtlich der geistlichen Vorräte: „Ich hoffe, sie wandeln noch ein bisschen Wasser um. Mit so vielen Gästen haben wir gar nicht gerechnet.“ Und siehe da – trotz vieler durstiger Kehlen flossen Wein, Sekt und Saft in Strömen. Selbst ein paar Flaschen Bier tauchten an der Theke auf, wo auch Pfarrer Gregor Kreile ausschenkte. Dass Sänger und Besucher keinen Durst leiden mussten, war natürlich kein Wunder, aber trotzdem ein großzügiges Zeichen. syb

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


*

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen